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Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Konservierung und Restaurierung frühmittelalterlicher Grab- und Siedlungsfunde aus Pier und Haus Verken

Im Rahmen der von Mitte September 2018 bis Mitte September 2020 laufenden Verlängerung des Projektes zur Restaurierung von Grab- und Siedlungsfunden aus Inden-Pier und Haus Verken konnte eine größere Anzahl archäologischer Objekte unterschiedlicher Materialien konservatorisch bearbeitet und untersucht werden. Diese sind dem westlich von Haus Verken verorteten, merowingerzeitlichen Ortsgräberfeld Pier II und einer benachbarten hochmittelalterlichen Motte zuzuordnen. Alle Funde stammen demnach aus dem rheinischen Braunkohlenrevier.

Bei einer Vielzahl an Objekten handelte es sich um Siedlungsfunde, die innerhalb der durch Simon Lorscheid angefertigten Dissertation zur Herrschaftspraxis im ländlichen Raum des Niederrheins wissenschaftlich ausgewertet wurden. Die Qualifikationsschrift entstand im Rahmen einer Teiluntersuchung des Projektes Inden-Pier „Von der Spätantike zum Hohen Mittelalter - Landschaftsarchäologische Untersuchungen im Raum Inden-Pier“ an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und wurde durch die Stiftung Archäologie im Rheinischen Braunkohlenrevier finanziell unterstützt.

Die Bearbeitung von etwa 100 Objekten ermöglichte hier eine korrekte Fundansprache, die sonst in keinem Fall möglich gewesen wäre. Bei den konservierten Funden handelte es sich primär um Metallobjekte, weniger um Keramik- und Glasartefakte.

Um die Fundmassen zunächst zu sichten, wurden alle Objekte im LVR-LandesMuseum Bonn geröntgt. Mithilfe der Röntgenaufnahmen konnte gemeinsam mit dem Doktoranden entschieden werden, welche Funde aufgrund ihrer wissenschaftlichen Wertigkeit oder ihres Zustandes zuerst konserviert werden sollten. Danach erfolgten die aktiven praktischen Maßnahmen in Form von Freilegung oder Reinigung, Klebung und zum Teil strukturstabilisierender Ergänzung. Einige Funde wurden dabei nur investigativ freigelegt, um die Bearbeitung des gesamten Konvolutes im Projektzeitraum und im Rahmen der Dissertation zu gewährleisten und den Aufwand für jedes Objekt möglichst gering zu halten. Das heißt, es wurde oftmals nur der Teil der Oberfläche freigelegt, der eine archäologisch-typologische Einordnung der Funde ermöglichte und Verzierungen oder Veredelungen sichtbar machte. [...]

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Es ist die viergeteilte Bildmontage eines Blütenbesatzes zu sehen: Oben links der Vorzustand des Objektes und oben rechts die zugehörige Röntgenaufnahme. Unten links ist der Zustand nach der Konservierung zu sehen, unten rechts eine Zeichnung.

Fotomontage eines Blütenbesatzes. Oben links – Zustand vor der Konservierung; Oben rechts – Röntgenaufnahme; Unten links – Zustand nach der Konservierung; Unten rechts - Zeichnerische Darstellung der punzierten Oberfläche (Foto: Röntgenbild - Holger Becker LVR-LandesMuseum Bonn/ Fotos und Zeichnung - Marina Westkamp)

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