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Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Das linearbandkeramische Gräberfeld von Jüchen-Holz, Kr. Neuss (FR 2010/0037 und FR 2011/0007)

Frank Hartel

Im vorgestellten Projekt wurde ein Bestattungsplatz der Linearbandkeramik untersucht, der in den Jahren 2010 und 2011 östlich der Ortschaft Jüchen-Holz im Bereich des Tagebaus Garzweiler ausgegraben wurde. Auf einer Fläche von ca. 4000 m2 wurden hier 75 Grubenbefunde entdeckt. Bei 59 dieser Befunde handelte es sich sehr wahrscheinlich um Körpergräber der frühneolithischen Kultur der Linearbandkeramik. Ein weiterer Befund kann als Brandbestattung interpretiert werden. Leider war aufgrund der Bodeneigenschaften eine Knochenerhaltung nur bei einigen, wenigen Befunden gegeben. Es handelt sich hierbei in fast allen Fällen um kleine Fragmente von verbrannten Knochen.

Das Gräberfeld wurde am nordöstlichen Hang einer Geländekuppe angelegt, deren höchster Punkt südlich der ehemaligen Ortschaft Holz lag. Die nächstgelegenen, bekannten linearbandkeramischen Siedlungsplätze befanden sich in mehr als 500 m Entfernung südlich des Gräberfeldes im Bereich des Elsbachtals.

Bei den als Grabgruben interpretierbaren Befunden des Bestattungsplatzes handelte es sich um Gruben, die in der Mehrzahl eine langschmale bis rechteckige Form aufwiesen (Abb. 1). Die Längsachsen dieser Gruben waren ganz überwiegend entlang einer von Nordwest nach Südost verlaufenden Richtungsachse orientiert (Abb. 2). Damit unterscheidet sich dieses Gräberfeld von allen anderen, bisher untersuchten Gräberfeldern des Rheinlandes, die eine überwiegende Südwest-Nordost-Orientierung der Grabgruben aufwiesen. Eine weitere Besonderheit dieses Fundplatzes war eine zum Teil relativ gute Erhaltung der Grabgruben, die in der Mehrzahl noch Tiefen von mehr als einem und in Einzelfällen von bis zu zwei Metern unter der heutigen Oberfläche aufwiesen. Aus diesem Grund war es unter anderem möglich, Unterschiede in dem Vorkommen von Artefakten und den Merkmalen der Objekte zu erkennen, die sich innerhalb der Verfüllungen der Gruben und im Bereich der Grubensohle befanden. Auch konnten bei einem Drittel der Grabgruben Unterschiede in der Art der Verfüllung im Bereich der Sohle und der darüber liegenden Grubenverfüllung festgestellt werden. [...]

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Kontakt: Frank Hartel,

Gefäß mit umlaufender Verzierung aus parallelen Stichlinien, die ein Motiv aus aneinandergereihten Dreiecken bilden. Im Raum zwischen den Dreiecken befinden sich abwechselnd je eine vertikale Reihe von drei Einstichen und eine Knubbenapplikation

Foto: Frank Hartel

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