Logo Stiftung Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier
Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Von der Ausgrabung zur Auswertung

(Lisa Bröhl)

In den letzten Jahren hat sich durch die überraschende Auffindung mehrerer frühmittelalterlicher Reihengräberfriedhöfe speziell im Tagebau Inden eine gewaltige Menge zu restaurierender Objekten, insbesondere solche aus Metall angehäuft. Für diese rund 1300, oft als Blockbergungen vorliegenden Fundeinheiten besteht großer Bearbeitungsdruck.
Seit Ende 2007 ermöglicht nun die Stiftung die Einstellung der Restauratorin für archäologisches Kulturgut Lisa Bröhl, am LVR Landesmuseum. Dort werden die Objekte zunächst geröntgt, mit einem speziellen chemischen Verfahren konserviert und die originale Oberfläche freigelegt um so wichtige Informationen zu den einzelnen Objekten zu erschließen.
Zusammen mit zwei Studenten von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Studiengang Archäologie, werden die Restaurierungsergebnisse wissenschaftlich ausgewertet. Ziel dieser Arbeit ist es, Erkenntnisse über das Leben in einer merowingerzeitlichen Siedlung, im Bereich des heutigen Inden-Altdorf zu gewinnen. [...]

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Restauratorin sitzt vor einem Mikrofeinstrahlgerät und schaut durch ein Binokular, welches vor die Glasscheibe des Gerätes montiert ist. Mit beiden Händen fast sie durch die seitlichen Öffnungen in die Kammer des Feinstrahlgerätes und hält dort mit der linken Hand das Objekt – ein Messer aus Eisen (Frühmittelalter), was noch zur Hälfte mit Korrosion bedeckt ist – und in der rechten Hand eine Düse des Gerätes, aus der die feinen Glasperlen (0-50µ) mit verstellbarem Druck herauskommen. Mit diesen Glasperlen kann die Korrosionsschichten bis zur originale Oberfläche des Eisenmessers vorsichtig freigelegt werden.

Freilegung von Eisenobjekten mit dem Mikrofeinstrahlgerät.

7 Metallobjekte Elipsenförmig ausgelegt. Am linken unteren Bildrand ist ein Maßstab zu se-hen. Die Objekte gehören zu einem Gürtel und sind in der Reihenfolge ausgelegt, wie sie im Grab gefunden worden sind. Es handelt sich dabei um eine eiserner Gürtelschnalle mit Schnallenbeschlag, einem Gegenbeschlag und einem Rückenbeschlag, jeweils mit Bronzenie-ten versehen, hinzu kommen vier punzverzierte bronzene Ösenbeschläge.  Die bronzene Ösenbeschläge sind quadratisch mit leicht abgerundeten Ecken im oberen Be-reich befindet sich eine kleine rechteckige Aussparung, in der einmal Lederreimchen befestigt waren. Sie sind mittig mit einem einegtieftem Kreuz verziert. Sie glänzen in einem typischen Bronze/Kupfer-Korrosions Grün.  Die drei Eisen Objekte sind nach der Beseitigung der Korrosion schwarz. Der Rückenbeschlag ist rechteckig und mit drei noch erhaltenen Bronzenieten in den jeweiligen Ecken versehen. Die beiden Eisenbeschläge sind längsoval mit profiliertem Rand.

Gürtelgarnitur aus dem Männergrab 46, WW 119, nach der Restaurierung.

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