Logo Stiftung Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier
Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Siedlungsentwicklung der vorrömischen Metallzeit im Tagebau Inden

Sandra Peternek

Bereits im 19. Jahrhundert begann der Braunkohleabbau in Form von Kleinstbetrieben im Bereich der Ville, welcher die archäologischen Bodendenkmäler im Braunkohlegebiet unwiderruflich zerstörte. Zuvor erfolgten weitreichende Untersuchungen, die das rheinische Braunkohlerevier zu den besterforschten Regionen Europas machte.

1989 verfasste Simons eine umfassende Arbeit zur bronze- und eisenzeitlichen Besiedlung in den rheinischen Lössbörden, die den Ausgangspunkt für die Dissertation bildete. Simons Ergebnisse beruhten vornehmlich auf der Annahme, dass die Kombination aus verschiedenartigen archäologischen Relikten in einem bestimmten Umkreis (Radius 100 Meter) zu verbindlichen Siedlungsstellen zusammengefasst werden könnten. Dabei wurden Grabungsstellen, Notbergungen, Sammlungen sowie Einzelfunde berücksichtigt. Die einzelnen archäologischen Quellen wurden nicht voneinander differenziert. Siedlungen wurden durch fundfreie Räume oder naturräumliche Barrieren (zum Beispiel Bäche) voneinander getrennt.

Das Ziel von Simons` Arbeit bestand darin, „metallzeitliche Kulturäußerungen in einer Kleinlandschaft systematisch und qualitativ aufzuarbeiten“. Im Rahmen der Untersuchung gelang ihr die Erstellung von Modellen zur inneren und äußeren Struktur metallzeitlicher Siedlungen im Untersuchungsgebiet. In der Vergangenheit wurden die von Simons postulierten Siedlungsstellen unhinterfragt übernommen und in neuere Arbeiten integriert. Fußend auf ihren Ergebnissen entstanden Modelle, die eine flächig aufgesiedelte Kulturlandschaft suggerierten. Dabei verteilten sich metallzeitliche Siedlungsstellen scheinbar wahllos und ohne Präferenz über die gesamte Lössebene. Durch die Nutzung der Altdaten kam es zunehmend zur Verzerrung des einstigen Siedlungsbildes.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Datenlage zu metallzeitlichen Siedlungen im Braunkohlerevier vervielfacht. Aufgrund der Stiftungsprojekte zur „Bronze- und eisenzeitlichen Besiedlung des Indemündungsgebiets“ (1999-2003) sowie dem Projekt „Talauenforschung“ der Universität zu Köln 1991-2006 verbesserte sich der Forschungsstand zu metallzeitlichen Fundplätzen erheblich. Parallel zu den Feldarbeiten verdichtete sich der Publikationsstand. Unlängst führte Holtscheider eine „Revision archäologischer Daten im Tagebau Inden-Weisweiler“ durch, um die Datierung von bisher undatierten beziehungsweise als vorgeschichtlich angesprochenen Fundorten zu konkretisieren. Analog dazu verknüpfte sie die Fundplätze in der internen Datenbank des Landschaftsverbands Rheinland mit weiterführenden Literaturhinweisen. Durch ihre Arbeit wurden die entscheidenden Weichen für die Dissertation gestellt.

Das Ziel der Dissertation bestand in der Nachzeichnung eines siedlungsdynamischen Prozesses im Verlauf des ersten vorchristlichen Jahrtausends unter Berücksichtigung neuer Forschungsergebnisse. Anders als bei Simons liegt der chronologische Schwerpunkt auf der vorrömischen Eisenzeit, genauer gesagt ab der Stufe Hallstatt C bis in die Mittellatènezeit. Allerdings wurden die vorangehenden, beziehungsweise anschließenden chronologischen Stufen kursorisch mitbehandelt. [...]

Vollständiger Text zum Download (PDF, 3,06 MB)

Kontakt: Sandra Peternek,

Grafik: Die Abbildung zeigt einen Braunkohlebagger bei der Arbeit.

Grafik: Jan Scheibeck BODESIGN

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