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Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Restaurierung frühmittelalterlicher Grabfunde aus dem Gräberfeld von Geuenich, WW 120 (WW 2000/0019)

Stella Oppl

Projektgeschichte
Bereits im Jahr 2000 wurde mi Vorfeld des Braunkohletagebaus in Inden (Tagebau Geuenich) ein frühmittelalterliches Gräberfeld mit fast 300 Bestattungen aufgedeckt und bis 2004 unter der Leitung von Prof. Bernd Päffgen vollständig freigelegt. Seit Beginn der Grabungen wurden Objekte in Teillieferungen immer wieder zur Restaurierung in die Werkstätten des LVR LandesMuseums eingeliefert. Ein großer Teil der Objekte wurde im Jahr 2004 bearbeitet um sie in der Landesausstellung 2005 zu präsentieren. Einige dieser Objekte sind auch weiterhin in der Dauerausstellung des Museums zu sehen. Sehr fragile/empfindliche Materialien wie Glas und Organika (Bein), aber auch spektakuläre Funde wie Almandinscheibenfibeln, wurden damals bereits größtenteils aufgearbeitet. Seit 2016 arbeitet Sandra Bresslau von Bressensdorf im Rahmen ihrer Dissertation nun an der Aufarbeitung des Gräberfeldes. Zu diesem Zweck werden nun die restlichen, noch unbearbeiteten Objekte für eine komplette Fundaufnahme restauriert.

Erstellen einer Fundübersicht
Die Masse der Objekte, die lange Lagerung und die Umstrukturierungen im Landesmuseum und im Depot, die in dieser Zeit stattgefunden haben, führten zu einer lückenhaften Standortdokumentation der ergrabenen Objekte. Diese Umstände machten eine anfängliche Recherchearbeit nach dem Umfang und dem Verbleib der noch zu restaurierenden Objekte erforderlich. Hierfür wurden zunächst die im Meckenheimer Depot gelagerten Objekte gesichtet. So konnten anfänglich rund 160 Objekte zur Bearbeitung in die Werkstatt des LandesMuseums überführt werden. In Zusammenarbeit mit Frau Bresslau von Bressendorf ließen sich im Laufe des Projekts noch weitere 370 Funde lokalisieren und zur Bearbeitungsmasse hinzufügen. Im Laufe der Fundaufnahme kamen noch zusätzliche 40 Funde zutage, die noch unzureichend freigelegt und deshalb noch einmal überarbeitet werden sollen. Die Zahl der im Rahmen dieses Projekts noch zu bearbeitenden Funde beläuft sich somit auf 571.
Um die verschiedenen Informationen zu den insgesamt rund 1275 Objekten des Gräberfelds zu bündeln und übersichtlich für die bearbeitende Restauratorin und Archäologin zu machen, wurden diese in einer Übersicht gesammelt. Hierzu wurden die Objekte mit den in den Stellenkarten verzeichneten Funden, den Auftragslisten und alten Aufzeichnungen von Wissenschaftlern und Restauratoren abgeglichen. Die hierbei entstandene Tabelle führt nun alle wesentlichen Informationen, wie zum Beispiel Bearbeitungsstatus, Standort oder Bildverweise, zusammen, sodass ein systematischer Arbeitsablauf vereinfacht wird. [...]

Vollständiger Text zum Download (PDF, 193 KB)

Kontakt: Stella Oppl,

Fotomontage: links: Vorderseite eines restaurierten Knochenkamms mit Linien- und Kreisaugenverzierung (siehe auch Abbildung 4). Rechts: der noch unbearbeitete Kamm im Erdblock von der Bergung. Es ist die Rückseite des Kamms zu sehen die bei der Entdeckung stark beschädigt wurde.

Foto: Stella Oppl

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