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Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Anthropologische und paläogenetische Untersuchungen der Männergräber des merowingerzeitlichen Gräberfeldes von Alt-Inden (Kreis Düren) WW 2004/0061

Laura Lacher

Probenauswahl und Hintergrundinformationen:

Das merowingerzeitliche Gräberfeld von Alt-Inden (WW 2004/0061) im Indetal umfasst etwa 870 Gräber, von denen knapp 80 männliches Grabinventar beinhalten (basierend auf der Arbeit von Tobias Albrecht 2015, Antragsnummer: 275).
Um einen ersten Überblick über die Population zu erhalten, wurde eine Stichprobe von 36 Individuen erhoben, welche auf den waffenführenden Gräbern mit erhaltenem Skelettmaterial basiert. Damit die Repräsentativität der Stichprobe gewährleistet war, wurde darauf geachtet, möglichst nur adulte (erwachsene) Individuen aufzunehmen.
Zur Analyse einzelner Individuen bietet sich vor allem eine anthropologische (makroskopische) und/oder eine genetische (molekulare) Untersuchung des Skelettmaterials an.
In dieser Arbeit wurden beide Ansätze verfolgt, ausgewertet und die Ergebnisse miteinander verglichen.

Anthropologische Untersuchungen:

Anhand der Morphologie der Knochen war eine Alters- und Geschlechtsbestimmung, die Berechnung der Körperhöhe und die Identifizierung von einigen Pathologien möglich.
Es zeigte sich, dass in der Tat die meisten Individuen in die Altersgruppen adult (20-40 Jahre) bis senil (50+ Jahre) fielen.
Insgesamt konnte von 28 Individuen das Geschlecht bestimmt werden. Bei acht war der Erhaltungszustand zu schlecht (vergleiche: Abbildung 3: Beispiel für unterschiedliche Skeletterhaltung). Es zeigte sich hierbei, dass sich in der Stichprobe mindestens sechs Frauen befanden. Die restlichen Individuen konnten jedoch als männlich eingestuft werden.
Die Untersuchung der Pathologien ergab, dass die frühmittelalterliche Bevölkerung von Alt-Inden häufig an Karies litt. Nebst einigen wahrscheinlich unfallbedingten Knochenbrüchen konnten in zwei Fällen auch Krebserkrankungen identifiziert werden. Bei dem einen Befund handelt es sich um einen gutartigen Knochentumor (medulläres Plasmazytom), der in solchem Ausmaß besonders ungewöhnlich ist (vergleiche: Abbildung 1: Pathologischer Oberarmknochen des Individuums aus Grab 32).
Die Berechnung der Körperhöhen ergab, dass die Individuen durchschnittlich eine Höhe von 168 cm erlangten. Diese Erkenntnis deckt sich mit den Ergebnissen früherer Arbeiten zur Merowingerzeit. [...]

Vollständiger Text zum Download (PDF, 764 KB)

Kontakt: Laura Lacher,

Zu sehen ist ein sehr gut erhaltenes Skelett  auf schwarzem Grund zu sehen. Man erkennt deutlich den Schädel samt Unterkiefer, das Brustbein, die Schlüsselbeine, die Arme, die Beine und das Becken. Im linken oberen Rand des Bildes liegt ein kleiner Zettel, auf dem sich die Grabnummer 9 befindet.

Sehr gut erhaltene Knochen eines Individuums aus Grab 9. (Photo: Laura Lacher)

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