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Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Eine bronze- und eine eisenzeitliche Siedlung bei Inden, Kreis Düren

Tanja Baumgart

Die Ausgrabung WW 99/148 fand in den Jahren 1999 und 2000 im Vorfeld des geplanten Braunkohlentagebaus statt. Der metallzeitliche Fundplatz lag im Bereich landwirtschaftlich genutzter Flächen westlich des heute an andere Stelle umgesiedelten Dorfes Inden. Er war bei Feldbegehungen aufgrund von Oberflächenfunden, die beim Pflügen zu Tage traten, entdeckt worden. Auf einer Gesamtfläche von circa 2,25 Hektar konnten zwei Siedlungsplätze, ein jünger bronzezeitlicher und ein eisenzeitlicher dokumentiert werden. Die Maßnahme wurde vom LVR - Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Außenstelle Titz, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln durchgeführt. Zur Finanzierung standen Mittel der Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier zur Verfügung.

Der Zeitraum der jüngeren Bronzezeit (circa 1200 – 700 vor Christus) wird auch als Urnenfelderzeit bezeichnet und in die Perioden Hallstatt A und B unterteilt. Namengebend für diese Epoche ist der Bestattungsbrauch die Verstorbenen zu verbrennen und in Urnen aus Ton beizusetzen.

Die Eisenzeit umfasst einen älteren Abschnitt (circa 700 - 475 vor Christus), der in die sogenannte Hallstattzeit der Perioden C und D unterschieden wird. Die Hallstattzeit erhielt ihren Namen nach dem Fundort eines Gräberfelds bei Hallstatt in Österreich. Der mittlere bis jüngere Abschnitt der Eisenzeit wird als Latènezeit (circa 475 – 25 vor Christus) bezeichnet. Diese Epoche ist nach einem Fundort in der Schweiz benannt. In der späten Phase der Latènezeit siedelte in der rheinischen Lößbörde der keltisch-germanische Stamm der Eburonen, der nach den Aufzeichnungen Cäsars im gallischen Krieg vernichtet wurde.

Insgesamt wurden am Fundplatz von Inden 578 metallzeitliche Befunde dokumentiert. Mit Hilfe des geborgenen Fundmaterials können 88 Befunde allgemein in die Urnenfelderzeit datiert werden. 33 Befunde lassen sich genauer in die Periode Hallstatt B eingrenzen. In die frühe Eisenzeit (Hallstatt C/D bis Latène A/B) werden sechs Befunde eingeordnet und in die mittlere bis späte Eisenzeit (Latène C/D) sieben Befunde. 26 Befunde können lediglich als allgemein eisenzeitlich angesprochen werden. Der Hauptanteil von 418 Befunden lässt sich aufgrund fehlenden datierenden Fundmaterials nur allgemein in die Metallzeit einstufen. Über die Verteilung der Befunde und die Zuordnung zu eindeutig datierten Strukturen wie Hausgrundrissen und Hofplätzen lässt sich deutlich ein jünger bronzezeitlicher Siedlungsplatz im Norden des Grabungsareals von einem früh- bis späteisenzeitlichen im Süden abgrenzen. [...]

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Kontakt: Tanja Baumgart,

Es sind fünf fast vollständig zusammengesetzte Keramikgefäße abgebildet. Der Feuerstahl besteht aus einem Eisendraht mit eingerollten Enden. Das Nadelfragment mit viereckigem Kopf ist am Schaft umlaufend mit horizontalen Riefen und Fischgrätmuster verziert.

Eine Auswahl von Fundobjekten (unterschiedliche Maßstäbe). 1 und 2 urnenfelderzeitliche Töpfe (Schrägrandgefäße), 3 urnenfelderzeitlicher Henkelbecher, 4 urnenfelderzeitliche Tasse, 5 spätlatènezeitliches kleines Fass, 6 spätlatènezeitlicher Feuerstahl, 7 Lanzenspitze aus Bronze, 8 urnenfelderzeitliches Bronzenadelfragment (Fotos: Tanja Baumgart).

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