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Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Die Männerbestattungen des merowingerzeitlichen Gräberfelds von Alt-Inden, Kreis Düren

(Tobias Albrecht)


Der Bestattungsplatz und seine Gräber

Das Gräberfeld von Alt-Inden (WW204/061) befindet sich im Indetal unweit der Fundorte einiger römischer villae rusticae und den Altdorfer Gräberfeldern. Von den etwa 870 Gräbern dieses Gräberfelds wurden 78 anhand ihrer Beigaben als männlich eingeordnet und in dieser Arbeit genauer untersucht.
Einige der unterschiedlich großen Grabgruben fielen durch Überreste besonderer Einbauten auf. So fand sich in einem Grab eine Ummauerung aus Sand- und Bruchsteinen, in anderen Gräbern zeigten sich Spuren hölzerner Einbauten, bei denen es sich wohl um Särge oder hölzerne Grabkammern gehandelt hat.

Die Grabfunde

In den bearbeiteten Gräbern fand sich ein breites Spektrum an Beigaben. Verschiedenste Waffen wurden den Bestatteten mitgegeben. Hierbei handelte es sich meist um verschiedenartige Lanzenspitzen, Äxte, Saxe (einschneidige Schwerter) und Pfeilspitzen. In seltenen Fällen konnte auch die Beigabe einer Spatha, dem zweischneidigen Langschwert, oder einem Schildbuckel beobachtet werden. In einigen Gräbern wurden die Bestandteile eines Pferdegeschirrs nachgewiesen. Die älteren Gräber enthielten neben den Waffen oft noch einfache Gürtelschnallen, wohingegen die Bestatteten in den jüngeren Gräbern meist eine schwere Gürtelgarnitur erhielten. Diese Gürtelgarnituren bestehen aus mehreren einzelnen Bestandteilen und sind vor Allem gegen Ende der Merowingerzeit mit aufwendigen Messing- und Silbertauschierungen im sogenannten Tierstil verziert.
Weiterhin fanden sich in den Gräbern kleinere Gegenstände wie Messer, Scheren, Pinzetten, Feuersteine, Taschenbügel und Werkzeuge. In wenigen Fällen wurden auch Ringe und Münzen gefunden. Bei den beigegebenen Keramikgefäßen handelte es sich größtenteils um sogenannte Knickwandtöpfe, es wurden aber auch Schalen und Krüge gefunden. In zwei Gräbern fanden sich Glasschalen. [...]

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Kontakt: Tobias Albrecht,

Auf der Abbildung ist eine eiserne, ovale Schnalle mit einem daran befestigten länglich, dreieckigen Blech, dem sogenannten Schnallenbeschlag zu sehen. Auf dem Schnallenbügel befinden sich parallele Streifen aus Messing in regelmäßigen Abstand. Der Beschlag besitzt bandförmige, teils gebogene Verzierungen aus Messing, sogenannte aufgelöste Tierdarstellungen. Dazwischen befinden sich Stellen, welche flächig mit Silber bedeckt sind.

Foto: Tobias Albrecht

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