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Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Zur Konservierung und Restaurierung metallzeitlicher Urnenbestattungen

(Juliane Bausewein)

Die im Zeitraum vom 15.08.2014 - 15.02.2015 bearbeiteten Keramiken entstammen einem Gräberfeld bei Alt-Pier im Kreis Düren, welches im Frühjahr 2012 aufgedeckt wurde. Es handelt sich um etwa 15 Blöcke der der Aktivität WW 2012/0034.
Die Urnenbestattungen wurden meist im Block mit dem umliegenden Erdreich geborgen und mit Frischhaltefolie umwickelt. So war die Keramik während des Transportes gesichert und konnte unter optimalen Bedingungen in den Restaurierungswerkstätten freigelegt werden.
Die Bearbeitung von Blockbergungen wird durch zwei Punkte bestimmt: Freilegung und Sicherung der Urne und ihrer Beifunde. Gleichermaßen sollen Proben für anthropologische, archäobotanische und rituelle Aspekte entnommen und dokumentiert werden.

Freilegung
Zunächst wurde das Erdreich Schicht für Schicht mit Wasser angefeuchtet und mit Skalpell, Spachtel und Pinsel abgetragen. Während der Freilegung des Blockes wurde jeder Schritt fotographisch festgehalten und dokumentiert.

Probenentnahme
Die systematische Entnahme von Proben für Anthropologie und Geochemie ermöglicht weiterführende Analysen, welche Erkenntnisse zur Beigabensitte und den Bestattungsvorgang ermöglichen.
Die Entnahme von Leichenbrand in der Urne erfolgte horizontal in drei Schichten. Um effektiver arbeiten zu können wurde der Leichenbrand teilweise unter fließendem Wasser ausgespült, vom anhaftenden Sediment befreit und luftgetrocknet.
Sedimentproben für geochemische und pollenanalytische Untersuchungen wurden vor dem Wassereinsatz aus dem Binnensediment entnommen.

Konservierung und Restaurierung
Nach den Freilegungsmaßnahmen wurde die Keramik - soweit möglich - unter laufendem Wasser vorsichtig mit weichen Bürsten und Pinseln gereinigt und anschließend luftgetrocknet. Zusammengehörige Scherben sollten geklebt werden, wobei für die wissenschaftliche Untersuchung das Augenmerk auf ein durchgehendes Profil (vom Gefäßboden bis zum Rand) liegt. Der Aufbau von Gefäßen erfolgt von unten nach oben. Zur Anwendung kam ein cellulosenitrathaltigen Kleber mit dem die Bruchkanten zusammengefügt wurden. Überschüssiger Kleber auf der Keramikoberfläche konnte mit Lösemitteln entfernt werden. So war es möglich teilweise nahezu vollständige Gefäße zusammenzufügen. [...]

Vollständiger Text zum Download (PDF, 2,19 MB)

Kontakt: Juliane Bausewein,

Das Foto zeigt drei geklebte Keramiken mit kleinen Ausbrüchen und Fehlstellen. In der Mitte befindet sich eine große Urne. An Ihrer rechten Seite ist ein Teller, welcher als Deckschale diente, angelehnt. Im Vordergrund links steht das Beigefäß aus dem Inneren der Urnenbestattung. Es handelt sich um einen rötlichen Becher mit einer Rillenverzierung auf der Schulter.

Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn

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