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Foto zeigt mehrere Gebäude einer eisenzeitlichen Hofanlage.

Die Steinartefakte des Michelsberger Erdwerkes Inden 9, Kreis Düren aus der Grabung des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland (2004)

(Sebastian Hornung)

Die Fundstelle „Inden 9“ liegt südlich von Jülich auf der Aldenhovener Platte im Landkreis Düren. Bei dem Fundplatz handelt es sich um ein sogenanntes „Erdwerk“, welches in die Jungsteinzeit datiert wird. Erdwerke sind zumeist Komplexe aus z. T. unterbrochenen Gräben, Gruben, Wällen und manchmal auch Palisaden, die einen geschlossenen Bereich bilden. Die genaue Funktion von Erdwerken ist in der Fachwelt äußerst umstritten. Innerhalb der Jungsteinzeit wird das Erdwerk der sog. „Michelsberger Kultur“ zugeordnet, die sich in erster Linie durch einen besonderen Stil bei der Verzierung und der Formen der tönernen Keramik auszeichnet. Eine grobe Datierung des Erdwerkes anhand der dort gefundenen Keramik ergibt ein ungefähres Alter von 4.200 Jahren bis 3.700 Jahren v. Chr.

Entdeckt wurde die Fundstelle bereits 1970 durch J. Schalich. 1974 wurde daraufhin eine Ausgrabung im Rahmen des Forschungsprojektes „Siedlungsarchäologie der Aldenhovener Platte“ (kurz SAP) durchgeführt. Dabei wurde ein Teil des äußeren Grabens, sowie ein leicht vorgelagerter, deutlich kleinerer, Palisadengraben entdeckt. Als sich dann 30 Jahre nach der ersten Ausgrabung eine Bedrohung der Fundstelle durch den Braunkohletagebau Inden abzeichnete, wurden umfassende Rettungsarbeiten am Erdwerk durchgeführt. Dabei wurden zwei weitere Abschnitte des äußeren Grabens entdeckt, der sich nun annähernd als Kreis rekonstruieren ließ (Durchmesser etwa 230m), sowie zwei Abschnitte eines kleineren Grabenrings (Durchmesser ca. 148m), der leicht versetzt im Inneren des Grabenrings lag (PÄFFGEN/ ZERL, 2004). [...]

Vollständiger Text zum Download (PDF, 310 KB)

Kontakt: Sebastian Hornung M.A.,

Die Abbildung zeigt einen größeren gestrichelten Kreis und einen darin liegenden, kleineren Kreis. Diese repräsentieren die beiden Grabenringe des jungsteinzeitlichen Erdwerkes. Eingetragen sind die jeweils oben und unten  ausgegrabenen Stücke.

Nach PÄFFGEN/ ZERL, 2004, Abb. 29.

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